Wo: Berlin

Wann: seit 2017

Mit: Stiftung Brandenburger Tor

Bewerbungsfrist: 20.09.2021

Das kulturelle und intellektuelle Leben der Stadt Berlin ist schon immer geprägt von Menschen, die zureisten und von außen neu in die Stadt kamen. Zugang zur Stadt erhielten sie jahrhundertelang über die Stadttore. Dort begegneten sie den königlichen Torschreibern, die beim Betreten der Stadt nicht nur Steuern und Zölle erhoben, sondern auch die Personalien der Neuankömmlinge erfassten. Sie entschieden, wer Zugang zur Stadt erhielt – und gleichzeitig gaben sie Menschen Einlass, die die Stadtgesellschaft zutiefst geprägt und verwandelt haben.

Einer von ihnen war Moses Mendelssohn, der 1743 mit gerade 14 Jahren nach Berlin kam. Am Rosenthaler Tor – dem einzigen Tor, durch das Juden im Norden der Stadt Zutritt erhalten konnten – gelang es ihm mit einiger Mühe, die Stadt zu betreten. Er prägte eine ganze Epoche des Berliner Gesellschaftslebens und jüdisch-deutscher Geschichte.

Mit dem Stipendium Torschreiber am Pariser Platz knüpfen die beiden am Brandenburger Tor ansässigen Stiftungen an diese Erinnerung an und verbinden damit den permanenten Wandel einer Stadtgesellschaft durch neue Biographien und Geschichten. Unter neuen Vorzeichen: War die Funktion des Torschreibers früher ausschließend – er entschied, wer Zutritt erhielt und wer nicht –, wird nun eine Einladung daraus. Die Stadt öffnet sich und wird so ein Ort der Zuflucht für Schriftsteller*innen. 

Das Stipendium ermöglicht einer*einem Autor*in, ab November 2021 für sechs Monate an eigenen literarischen Projekten zu arbeiten. Ein späterer Beginn ist nach Absprache möglich. Die Stiftungen streben eine Vernetzung der*des Stipendiat*in mit dem literarischen und gesellschaftlichen Leben der Stadt an. Hierfür wird in Abstimmung mit der*dem Autor*in ein individuell zugeschnittenes Begleitprogramm entwickelt, u.a. mit Lesungen und kulturellen Begegnungen.

Stipendiat*innen erhalten für die Dauer von sechs Monaten ein monatliches Stipendium von 2.000,00 EURO. Zusätzlich kann eine Pauschale für Sachleistungen gewährt werden. 

Bewerben können sich Schriftsteller*innen aus Europa und dem Mittelmeerraum, die in ihrem Herkunfts- oder Aufenthaltsland gefährdet sind. Aus aktuellem Anlass möchten wir zudem Autor*innen aus Afghanistan einladen, sich zu bewerben.

Stipendiat*innen im Rahmen des Programms können sein:

  • Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis, die zur selbständigen bzw. freiberuflichen Tätigkeit berechtigt sind
  • Asylbewerber*innen im laufenden Asylverfahren mit einer Aufenthaltserlaubnis oder Ankunftsnachweis

Bewerbungen können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden.

Bitte gestalten und benennen Sie Ihre Unterlagen wie angegeben. Verpflichtende Bewerbungsdokumente (maximale Größe 10 MB):

  • Tabellarischer Lebenslauf inkl. Angaben zu Auszeichnungen und Stipendien (max. 2 DIN-A4-Seiten, Datei-Format: pdf. Bitte benennen Sie die Datei folgendermaßen: Name_Vorname_Lebenslauf)
  • Kurzbeschreibung der persönlichen Situation (max. 2 DIN-A4-Seiten, Datei-Format: pdf. Bitte benennen Sie die Datei folgendermaßen: Name_Vorname_Statement)
  • Verzeichnis veröffentlichter wie nichtveröffentlichter Werke (Datei-Format: pdf. Bitte benennen Sie die Datei folgendermaßen: Name_Vorname_Werkverzeichnis)
  • Leseprobe (ausgewählter Text von max. 2.000 Wörtern, Dateiformat: pdf. Bitte benennen Sie die Datei folgendermaßen: Name_Vorname_Leseprobe)

Umlaute, Sonderzeichen und Leerzeichen sind in den Dateinamen nicht möglich. 

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung per Email mit dem Stichwort „Torschreiber“ an:  Frau Caroline Armandcaroline.armand@stiftungbrandenburgertor.de

Bewerbungsfrist ist der 20.09.2021.
Eine Jury entscheidet Ende Oktober über die Vergabe des Stipendiums. 

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