© Clarote
Der Themenschwerpunkt The Future of Code Politics  auf dem Internationalen Sommerfestival Kampnagel verbindet zwei dreitägige Events: Vom 13. - 15.08.2021 werden auf der Konferenz The Future of Code Politics neue Zukunftsvisionen von Künstlicher Intelligenz, Algorithmen und Codes aus dekolonialer, feministischer Perspektive diskutiert. Vom 20. - 22. August 2021 erforscht der künstlerischen Hackathon Super Artistic AI Factory von Christoph Faulhaber das Potenzial von künstlicher Intelligenz für die künstlerische Praxis.

The Future of Code Politics ist ein dreitägiges Programm zu neuen Perspektiven auf Technologien und ihre gesellschaftspolitischen Auswirkungen: Im Mittelpunkt der Debatte um Künstliche Intelligenz, Codes und algorithmische Systeme stehen in Europa meist Fragen nach Effizienz und technischem Fortschritt – selten geht es um Resilienz und Nachhaltigkeit. Aber der Einfluss neuer Technologien auf soziale Systeme, Politiken, gesellschaftliche Prozesse und unser Zusammenleben nicht erst seit der Pandemie massiv. Technologien schaffen neue Realitäten und verfestigen Strukturen, die längst abgeschafft zu sein schienen. Sie können diskriminieren, haben ökologische Folgen, sind in neo-kolonialen Strukturen verankert, und das Machtmonopol über unsere Daten liegt bei großen Tech-Firmen. Diese Technologien bilden dabei aber Infrastrukturen, die unser Leben für die Zukunft ordnen und die Bedingungen unseres Zusammenlebens nachhaltig bestimmen.

The Future of Code Politics stellt darum jetzt Protagonist*innen in den Mittelpunkt, die sich genau mit diesen, für Laien oft undurchsichtigen, Strukturen kritisch und aus oft marginalisierten Perspektiven auseinandersetzen. Die eingeladenen Speaker*innen und Künstler*innen arbeiten an der Dekolonisierung von Technologien und an transfeministischen Zukunftsvisionen, und sie zeigen die gesellschaftlichen und planetaren Kosten der technologischen Infrastruktur unserer täglichen Umgebung auf. 

KONZEPT & KURATION Lorena Jaume-Palasí, Lena Kollender, Fiona Krakenbürger IN ZUSAMMENARBEIT MIT Lucía Egaña Rojas (Musea M.A.M.I.), Suzanne Kite (Indigenous AI), Joana Varon (CodingRights)

MEHR INFORMATIONEN UND DAS KOMPLETTE PROGRAMM HIER

Mit seinen überraschenden Aktionen treibt der Hamburger Künstler Christoph Faulhaber immer wieder interessante gesellschaftliche und künstlerische Debatten voran. Seine neuste Aktion beschäftigt sich mit dem viel diskutierten Themenkomplex der künstlichen Intelligenz (KI) und mit künstlerischer Produktion – vor dem Hintergrund,  dass KI selbstständig neue Welten schaffen kann und damit altgediente Definitionen des Verhältnis von Werk und Autor*innenschaft vollkommen hinter sich lässt. Faulhaber bringt per weltweiter Ausschreibung und mit einem Netzwerk internationaler Partner-Institutionen Künstler*innen aus verschiedenen Disziplinen mit Programmierer*innen zusammen, die gemeinsam auf einem hybriden und weltweit an unterschiedlichen Orten zeitgleich stattfindenden Hackathon künstlerische Arbeiten mit Hilfe von künstlicher Intelligenz kreieren. Im Anschluss an den Hackathon werden die fertigen digitalen Arbeiten u.a. im Hertz-Labor des ZKM in Karlsruhe zu sehen sein.

IN KOOPERATION MIT King Abdullah University of Science and Technology (KAUST), Artificial Intelligence Research Center Hamburg (ARIC), ZKM, Hertz-Labor, 1. KI-Biennale Essen 2022, ZHdK Zürich, Hochschule der Künste im Sozialen Ottersberg (HKS).