© Edi Matić 

Wer: SpLitera

Wo: Split, Montenegro

Wann: 2020-2021

Mit wem: 
Culture Hub Croatia
FOKALIZATOR
Goethe-Institut

Vom 27.11 - 5.12. 2021 treffen internationale Gäste aus dem Projekt in Split aufeinander. 

Das Mittelmeer jenseits der Glanzbroschüren der Reiseveranstalter ist von politischen, ethnischen und religiösen Spannungen, von Migration und Arbeitslosigkeit, von klimatischen Veränderungen und Sorgen um die Zukunft gezeichnet. Die Pandemie hat das Auftreten dieser Schwierigkeiten gedämpft, aber nicht gelöst, ganz im Gegenteil, es steht zu befürchten, dass die ökonomischen Folgen für den Tourismus, einen auch sonst fragilen Wirtschaftszweig, fatal sein könnten. Ziel des Projektes ist es, den  Autor*innen dieser an Traditionen, Naturschönheiten und politischen Problemen erstaunlich reichen Region eine Stimme zu geben, ihren Austausch zu fördern, und ihre gedanklichen und ästhetischen Impulse auf den Platz – die Agora – und in die Diskussionsräume – den Salon – zu tragen. Anknüpfend an die Tradition des europäischen Salons und der mediterranen Agora sollen Expert*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, aus Zivilgesellschaft und Medien gemeinsam mit Schriftsteller*innen und Künstler*innen über Ideen und Visionen für eine friedliche und perspektivenreiche Zukunft des Mittelmeers nachdenken.

An den Schnittstellen der drei Kontinente, deren Küsten das Mittelmeer umkreisen, werden Grenzzäune errichtet. An den südlichen und östlichen Küsten gibt es demographische und klimatische Probleme, Krieg und Armut, an den nördlichen herrscht häufig die Mafia, treten Korruption, Umweltprobleme und eine kommerzielle Ausbeutung der Ressourcen auf. Die Bevölkerung der touristischen Gebiete wird in Kellner und Zimmermädchen der „Ressorts“ verwandelt; die einstigen Philosophen, Künstler, Erfinder, Seefahrer und Händler, die den Begriff der mediterranen Kultur prägten, sind ausgestorben oder in den Norden ausgewandert. Im Norden Europas gibt es für diese Probleme wenig Verständnis – allzu schön ist der alte Traum von Arkadien.

Das Projekt lädt die europäische Öffentlichkeit ein, vor Ort über die Situation nachzudenken, die Schönheit des Mittelmeers künstlerisch und intellektuell zu reflektieren, ohne die Augen vor den derzeitigen Problemen zu verschließen.