© Nachtstillleben, Antje Schiffers

Wer: Myvillages

Wo: Nagykamarás (HU), Ohne (DR), Stuli (BY), Cerezales (ES) und diverse Städte

Wann: 01.02.2021 - 31.12.2022

Mit wem: 
Trafó House of Contemporary Arts
THEALTER Festival / Katalin Erdödi
MUSAC 
Fundación Cerezales Antonino y Cinia
Kunstwegen SkulpturenprojektBrest-Fond/Alina Derewjanko 

Als nomadisches dörfliches Theater reist Ländliche Produktivkräfte von Partner*in zu Partner*in, durch vier Regionen Europas mit verschiedenen Geschichten, drängenden Themen und Perspektiven auf ländliche Transformationsprozesse, um an jedem Ort neue künstlerische Mitwirkende und lokale Akteur*innen einzubinden, Landwirte, Landarbeiterinnen, Alteingesessene und Zugezogene, Lehrerinnen und Schüler, lokale Musik- oder Theatergruppen, politisch Aktive oder einfach neugierige Nachbar*innen.

Migration und Landflucht, Interessenkonflikte zwischen Agrarindustrie und kleinbäuerlichen Strukturen, Landgrabbing und Korruption, Suburbanisierung und Zentralisierung von politischer Entscheidungskraft – je nach Ort werden die Projektpartner*innen unterschiedliche Themen in den Fokus stellen. Die Geschichte der Verteilung von Land, die unterschiedliche Bewertung von (Land)besitz in verschiedenen Systemen, Formen des Widerstandes und Ausweichens oder die Kulturgeschichte der Stadt-Land-Beziehungen bilden das komplexe historische und gesellschaftliche Netz von Bezügen.

Das Village-Play bringt einen investigativen, dokumentarischen Ansatz mit Methoden kollektiver Stückentwicklung und partizipativer Praxis in der bildenden Kunst zusammen. Es setzt auf Vielstimmigkeit und eine Vielzahl verbaler und nonverbaler Erzählformen, entwickelt aus den Erfahrungen, Ideen und Zukunftsvisionen der Mitwirkenden. Die Performance formt sich an den lokalen Gegebenheiten, als ortsspezifischer Parcours durch ein Dorf, auf der Bühne oder im Museum. In den zwei Jahren reichert sie sich an, mit Inhalten und Kulissen, Filmen und Protagonistinnen, Requisiten und Choreographien. Das Projekt erprobt die Möglichkeiten performativer Formate sowie kollektiver Formfindung und setzt damit auf künstlerisches Experiment ebenso wie politische Aktion.

Die Künstlerinneninitiative Myvillages, 2003 gegründet von Kathrin Böhm (UK/DE), Wapke Feenstra (NL) und Antje Schiffers (DE) tritt für ein Neuverständnis des ländlichen Raums als Ort von und für kulturelle Produktion ein. Myvillages stellt die kulturelle Hegemonie des Urbanen in Frage und initiiert translokale, kooperative Projekte in Europa und weltweit, mit experimentellen Formaten wie dem International Village Shop, einer Dorfrevue, Bauernfilmen, der Eco-nomadic School, oder der Getränkekooperative Company Drinks.