Wer: Mobilistan, Manaf Halbouni, Christian Manss

Wo: Berlin, Dresden, Prag, Wien, Sofia, Istanbul, Solingen

Wann: 15.09 - 18.11.2021

Mit wem: Zentrum für verfolgte Künste, Mahalla Festival, ifa - Institut für Auslandsbeziehungen

 Was ist ein Staat? Was ist sein Territorium? Und akzeptieren wir dessen Definitionen? Wer muss uns anerkennen, wenn nicht nur wir selbst? Diese Fragen tauchen immer wieder in der Geschichte auf, z. B. ist die Türkische Republik Nordzypern ein de-facto-Regime im Norden der Mittelmeerinsel Zypern, das von der internationalen Staatengemeinschaft mit Ausnahme der Türkei nicht als Staat anerkannt wird - aber er existiert, ist eine Tatsache. Und damit ist die Republik nicht allein: Südossetien, Abchasien, Arzach oder Transnistrien, um nur einige zu nennen. Und als Beispiel aus dem Bereich der Kunst: Im Jahr 1992 erklärte die NSK (Neue Slowenische Kunst) ihre Umwandlung von einem Kollektiv in einen Staat („Staat in der Zeit“). Diese Beispiele zeigen, dass die Erklärung der Eigenständigkeit als Staat reicht, um Tatsachen zu schaffen, nicht die Akzeptanz der Mehrheit. Nüchtern betrachtet, ist ein Staat nicht mehr als eine gesellschaftliche Verwaltungsstruktur. 

MOBILISTAN soll als reines KUNSTPROJEKT verstanden werden, welches sich mit Fragen von Mobilität, begrenztem Territorium, Anerkennung, Ausgrenzung, Reisefreiheit und dem Wunsch nach Zugehörigkeit auseinandersetzt. Der Kunststaat wird auf dem Gebiet einer Stretchlimousine bzw. Staatslimousine entstehen und das Territorium bilden, in das man über die Türen des Fahrzeugs ein- und ausreisen kann. MOBILISTAN hat eine eigene Flagge, eine Hymne und einen eigenen Pass. Es gibt zu Beginn vier permanente Staatsbürger, welche gleichzeitig mehrere Rollen begleiten, wie Staatspräsident, Außenminister, Finanzminister, Innenminister etc. Diese vier permanenten Bürger sind Barbara Repe, Anne Manss, Manaf Halbouni und Christian Manss. Sie bestimmen über die Geschicke des Kunststaates: wer Bürger werden darf, ein Visum erhält, oder wo MOBILISTAN sich temporär befindet. 

Auf der Fahrt von Berlin nach Istanbul zum Mahalla Festival planen die Staatenlenker Staatsbesuche in Dresden, Prag, Krakau, Wien, Zagreb, Belgrad und Sofia. Natürlich hängt die Reisedauer von den pandemischen Bedingungen in den jeweiligen Ländern ab. Ziel ist es aber, in der letzten Augustwoche in Istanbul zur Eröffnung des Festivals mit MOBILISTAN einzutreffen. 

Als Abschluss der staatlichen Aktivitäten in 2021 wird MOBILISTAN zur Ausstellung ZONE von Manaf Halbouni im “Zentrum für verfolgte Künste” in Solingen am 18.11.21 zu sehen sein.