Wer: Central European Forum

Wo: Slowakei, Bosnien und Herzegovina 

Wann: 2021

Mit wem: East West Center

Lonely Nations ist ein gemeinsames Projekt von zwei Basis-Kulturinitiativen, die organisch miteinander verbunden sind - dem Central European Forum in Bratislava und dem East West Center in Sarajevo. Beide teilen den gleichen Fokus auf einen authentischen Dialog zwischen dem europäischen und globalen Osten und Westen, Norden und Süden, um unsere nationalen und regionalen Kontexte zu erweitern und zu öffnen; beide streben danach, die Grenzen zwischen Kultur und gesellschaftlicher Reflexion zu verwischen. Und beide sind verwurzelt in einer langen Tradition des zivilen Aufbegehrens und der Verteidigung der Menschenwürde.  

 Im November 2021 wird das Projekt eine Plattform für einen Dialog zwischen dem jeweiligen Publikum und einigen der anregendsten literarischen Autor:innen, Ökonom:innen, Soziolog:innen, Historiker:innen, Anthropolog:innen unserer Zeit in einer Reihe von öffentlichen Debatten schaffen - mit internationalen Panels von 2 bis 4 Rednern, die verschiedene Generationen, verschiedene Teile der Welt und verschiedene Sichtweisen umfassen, zusammen mit den interessantesten nationalen Autoren. Anstatt Redner aus anderen Kontinenten separat zu Veranstaltungen in der Slowakei und in Bosnien einzuladen, würden wir sie gemeinsam einladen, was unsere Chancen auf hochqualitative Debatten erhöht und finanzielle und ökologische Kosten spart. 

 Wenn es die Pandemie zulässt, werden Referent:innn aus Kanada, den USA, China und Indien zusammen mit einigen der wichtigsten europäischen Autoren in Bratislava und drei weiteren slowakischen Städten sowie in Sarajevo und Mostar persönlich diskutieren. Sollte das nicht möglich sein, wird es natürlich auch spezielle Online-Alternativen geben. 

 Das Hauptthema, das alle Veranstaltungen lose miteinander verbindet, betrifft das globale Phänomen der Einsamkeit, die vom Virus ausgelöst wird. Einsamkeit kann selbst tödlich sein. Sie verwüstet Gemeinschaften und Nationen in ähnlicher Weise, wie sie Individuen zerstört. Sie schränkt unsere Fähigkeit ein, kreative Antworten auf unsere dringenden Herausforderungen und Bedrohungen zu finden. Unsere Vorstellungskraft wird buchstäblich lahmgelegt.  

 Gleichzeitig zwingt uns das Virus seit seinem Ausbruch im Jahr 2019 dazu, die Fragilität der grundlegenden Rahmenbedingungen unseres Lebens zu verstehen, wie zum Beispiel die Institutionen der Demokratie, die, so ineffizient und korrumpiert sie auch sein mögen, uns immer noch einen gewissen Schutz bieten. Noch wichtiger: Zum ersten Mal in der Geschichte werden wir mit der Zerbrechlichkeit des biologischen Rahmens unserer Existenz konfrontiert. Die Gründe für die Bedrohung sind offensichtlich tief in der menschlichen Natur verwurzelt. Die Symptome sind bekannt: die immer größere Ungleichheit, das immer schnellere nicht nachhaltige Wachstum. Wir müssen die Öffentlichkeit in eine globale Debatte über Abhilfemaßnahmen einbeziehen. Wir müssen die kollektive Vorstellungskraft mobilisieren, um die Begrenzung durch die einsamen individuellen und nationalen Perspektiven zu durchbrechen.  Das ist das Ziel, zu dem unsere Projekte beitragen sollen.