Prof. Vanessa Agnew (AiE/ English Studies, Universität Duisburg-Essen/ Australian National University)
Khaled Barakeh (Künstler, Berlin)
Assoc. Prof. Andrea F. Bohlman (Musik, University of North Carolina at Chapel Hill)
Çağan Duran (AiE/ Turkish Studies, Universität Duisburg-Essen)
Ali Hasan (Musiker, Berlin)
Prof. Paweł Leszkowicz (Kunsthistoriker, Adam Mickiewicz University Posen)
Çiğdem Mater (Filmemacherin, Hamburg/Istanbul)
Prof. Claudia Tazreiter (Migration, Ethnicity, and Society, Linköping University)

Die Academy in Exile erkennt, dass Autoritarismus und Exil nicht länger nur lokale, zeitlich begrenzte Unruhen auslösen. Klimawandel, Umweltverschmutzung, Konflikte und Autoritarismus vertreiben immer mehr Menschen aus ihrer Heimat. Das Zusammenspiel all dieser Faktoren scheint die neue Normalität der globalen Ordnung zu sein. Es wird erwartet, dass als Konsequenz dieser Entwicklungen die Zahl der Geflüchteten weiter exponentiell steigen wird. Fixing What’s Broken sucht nach Ansätzen, die angesichts der Flucht statt kurzfristiger Unterstützung sowohl gangbare als auch nachhaltige Lösungen findet.

Vor diesem Hintergrund lädt die Academy in Exile drei Künstler*innen aus den Disziplinen Bildende Kunst, Sound Art, Video ein, sich diesen drängenden Problemen mit künstlerischen Mitteln zu nähern. Antragsberechtigt sind Kulturschaffende, die sich für Menschenrechte, Demokratie und die Kunst- und Meinungsfreiheit einsetzen und/oder die aufgrund ihrer Arbeiten aus ihrer Heimat vertrieben worden sind. Die drei Artists-in-Residence werden mit dem Critical Thinking Program der Academy in Exile an der Freien Universität affiliiert. Hier treten sie in einen Dialog mit Fellows aus der Türkei, Afghanistan, dem Iran, Pakistan, Palästina, Libyen, Syrien, der Ukraine, Serbien, Ungarn, Polen, Russland, Hong Kong, Myanmar und Indien. Eine internationale Jury wird die Bewerbungen auswerten. Auswahlkriterien sind: künstlerische Leistung, der Risikostatus des*r Bewerber*in, zivilgesellschaftliches Engagement sowie die Bereitschaft, sich am Programmangebot der Academy in Exile zu beteiligen. 

Die Academy in Exile unterstützt Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaftler*innen, deren wissenschaftliche Laufbahn oder Leben entweder aufgrund ihrer Arbeit oder ihres Einstehens für die Zivilgesellschaft in Gefahr sind. Durch Fellowships, Publikationen, Lehre, Mentoring sowie andere Ressourcen, die die Konsortiumspartner der Academy in Exile – die Universität Duisburg-Essen, das Kulturwissenschaftliche Institut Essen, das Forum Transregionale Studien in Berlin sowie die Freie Universität Berlin – exilierten Intellektuellen zur Verfügung stellen, soll ihnen nicht nur ein Leben in Sicherheit ermöglicht werden, sondern auch, ihre Forschung in Deutschland weiterzuverfolgen. Die Academy in Exile mobilisiert sowohl in der breiteren Öffentlichkeit als auch bei relevanten Institutionen zudem Aufmerksamkeit für ihre Themen und Werte. Durch das Eintreten für exilierte Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und Kulturschaffende strebt die Academy in Exile einen politischen Wandel an, der auf die Verflechtung von Zwangsmigration, Klimawandel, bewaffneten Konflikten und der wachsenden Bedrohung durch Autoritarismus eingeht.