Projektseite DRIN

Wer: Goethe-Institut Finnland

Wo: Finnland, Deutschland, Norwegen, Niederlande, Irland, Dänemark, Schweden

Wann: 2022

Mit wem:
Finnish Reading Centre
Norsk Barnebokinstituttet
Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur

Rose Stories Netherlands
Powervolle Lesende

Publikation zum DRIN-Projekt

Kinderbücher prägen unser Welt- und Selbstbild langfristig. Es ist daher bedeutsam, sich in Geschichten, Illustrationen und Erzählweisen wiederzufinden und gleichzeitig die Vielfalt an Lebensrealitäten kennenzulernen. Die aktuelle Kinderliteratur in Deutschland und den (nord)europäischen Ländern spiegelt unsere pluralistischen Gesellschaften – dass bspw. 40% der eingeschulten Kinder in Deutschland eine Migrationsgeschichte aufweisen – nicht wider.
Das DRIN-Projekt bringt Akteur*innen – Autor*innen, Illustrator*innen, Bibliothekar*innen, Verlage – international zusammen, um Wissen zu teilen und Netzwerke des Empowerments zu bilden. Es setzt neue Standards für eine diversere Kinderliteratur in Europa und beteiligt eine junge (und mehrsprachige) Leserschaft daran. DRIN stellt sich der Frage nach gleichberechtigter Teilhabe, zeigt die Lücken der Repräsentation im Feld der Kinderliteratur auf und fördert die Mitgestaltung des Buchmarkts durch Autor*innen und Illustrator*innen vielfältiger Perspektiven sowie die Entstehung neuer Materialien für Kinder und Jugendliche. Es sensibilisiert darüber hinaus Verlage, Bibliotheken, Lesefördereinrichtungen und Bildungsbehörden.

DRIN konnte bereits erfolgreich Kreative, Entscheidungstragende und Nutzer*innen erreichen. In der Zukunft werden die Ergebnisse der 2021 veröffentlichten Publikation In Our Own Words in Seminaren und Veranstaltungen von Partnern und Festivals eingesetzt. Das Netzwerk von BIPoC-Akteur*innen wird erweitert und mit laufendem Wissensaustausch gestärkt. Ziel ist, die Umsetzung diversitätssensibler Kriterien in der Erstellung von Kinderbüchern sowie die Kreativen dahinter sichtbar zu machen. Dabei wird eine junge und perspektivenreiche Leserschaft miteinbezogen und diskriminierungskritische Bildung sowie Leseförderung berücksichtigt. Wissenschaftliche Erkenntnisse der normkritischen Forschung werden in die Praxis überführt.

DRIN veranstaltet mit seinem Partnernetzwerk internationale Seminare, Webinare, Buchclubs und Workshops. Zentral hierbei ist die Frage nach Sichtweise, Darstellung und Ownership von Illustrationen und Erzählperspektiven sowohl in professionellen Kreisen, als auch in öffentlichen Diskussionsformaten. Auf der Website von DRIN werden Materialien, Hintergrundartikel und Workshop-Dokumentationen auf Englisch, Deutsch und Finnisch fortlaufend erweitert.

Mitgestaltet wird das Projekt von drei Expertinnen, der finnischen Illustratorin Warda Ahmed, der Illustratorin EL BOUM sowie der Autorin Chantal-Fleur Sandjon, beide aus Deutschland, und stellt damit methodisch einen multiperspektivischen Ansatz in den Entscheidungsprozessen sicher.