Europe Talks

Um Zusammenhalt in Europa zu stärken, müssen wir auch über unsere Unterschiede reden! Aus diesem Grund unterstützt die Allianz Kulturstiftung „Europe Talks“:  Das europaweite Dialogprojekt ermöglichte bereits vor den Europawahlen 2019  tausende Gespräche zwischen Bürger*innen, die sich online oder persönlich trafen. Durch einen Algorithmus zusammengebracht, trafen Menschen aufeinander, die in möglichst vielen politischen Fragen unterschiedliche Meinungen haben und in verschiedenen Ländern leben. Zusammen mit einem breiten Netzwerk europäischer Medienpartner organisierte ZEIT ONLINE die Zwiegespräche, die im Mai zeitgleich in zehn europäischen Ländern sowie auf der Europe Talks-Konferenz in Brüssel stattfanden. 

Zu den Medienpartnern gehören: Die Financial Times (Großbritannien), fsyn (Griechenland), Helsingin Sanomat (Finnland), ARTE (Deutschland/Frankreich), Capital (Bulgarien), Standaard (Belgien), Knack (Belgien), Delfi (Estland, Litauen), Der Standard (Österreich), Gazeta Wyborcza (Polen), Huffington Post (Italien), La Repubblica (Italien), Morgenbladet (Norwegen), Politiken (Dänemark).

 

Alle Medienpartner haben ihren Leser*innen  sieben kontroverse Fragen gestellt, die in vielen Ländern Europas debattiert werden. Zum Beispiel: Sollten alle europäischen Länder wieder strikte nationale Grenzkontrollen einführen? Oder: Sollten reiche europäische Länder ärmere Staaten unterstützen? Ein Algorithmus hat anschließend jene Paare zusammengestellt, die die Fragen möglichst unterschiedlich beantwortet haben und in einem europäischen Nachbarland leben.

Das Interesse zur Teilnahme war riesig: Knapp 15.000 Teilnehmende trafen sich in ganz Europa zum persönlichen Gespräch, per Video- oder Telefonanruf. Über 80%  von ihnen gaben an, mit "Europe Talks" eine positive Erfahrung gemacht zu haben und dass sie wieder teilnehmen möchten.  Eine wissenschaftliche Begleitung hat gezeigt, dass schon zwei Stunden Konversation zwischen Menschen mit völlig unterschiedlichen politischen Ansichten ausreichen, um die Polarisierung abzuschwächen und Vorurteile abzubauen. Darüber hinaus dienten die Treffen dazu, das Vertrauen der Teilnehmenden in den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. 

Für seine integrative Kraft ist Europe Talks mit dem Jean-Monnet-Preis 2019 ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt Projekte und Persönlichkeiten, die "dazu beitragen, die europäische Integration zu unterstützen und zu stärken".  In der Begründung der Jury heißt es, Europe Talks habe das "Kunststück" vollbracht, "Bürgerbeteiligung, die Möglichkeiten digitaler Tools und die Rolle der Medien zu vereinen".