Berliner Korrespondenzen

(Un-) Ordnungen im entgrenzten Europa
© Ute Langkafel MAIFOTO

Nationalismus, Digitalisierung, Migration, Klimawandel: Angesichts großer Themen scheint Europa von doppelter Sehschwäche geplagt. Das politische Europa verharrt im Krisenbearbeitungsmodus und scheut den echten Neuansatz. Das kulturelle Europa verliert sich in apokalyptischen und utopischen Entwürfen. Höchste Zeit, aus den Verzerrungen von Kurz- und Fernsicht auszubrechen, Außen- und Innenperspektive zu kreuzen und neue Blickkonstellationen auf Europa zu werfen.

Können von Europa noch Impulse ausgehen, wie die großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern sind? Können Algorithmen das Klima retten? Was bedeutet transkulturelle Identität in Zeiten des Neonationalismus? Wie kann die Arbeit der Zukunft aussehen? Und wie eine Zeit nach Europa?

Nachdem sich die Berliner Korrespondenzen in ihrer ersten Ausgabe mit Fragen der (Un-) Ordnung einer Welt im politischen und sozialen Umbruch befassten, um anschließend den Fokus auf Wahrnehmungen und historische Narrative zu legen, wird sich die Saison 2019/20 mit translokalen Perspektiven auf Europa beschäftigen. 

Berliner Korrespondenzen #1

OFFENE HORIZONTE IN ZEITEN DER ABSCHOTTUNG

13.September 2019, 19 :30 Uhr

Maxim Gorki Theater, Große Bühne

Mit: Souleymane Bachir Diagne und Mathias Énard

Europa schottet sich geistig zunehmend ab. Volkskulturen werden beschworen, Kritiker rausgeworfen. Wie kann eine Haltung aussehen, die diesen reaktionären Tendenzen gelassen entgegen tritt? Wie können wir Europas Denken vor seinen eigenen Absolutheitsansprüchen bewahren? Mit dem Philosophen Souleymane Bachir Diagne und dem Schriftsteller Mathias Énard treffen zwei nomadische Geister aufeinander, für die keine Grenzen der Inspiration existieren. Sie verweben europäische, islamische und postkoloniale, tagesaktuelle und historische Diskurse in immer neuen Mustern. Wie lässt sich das Denken radikal offen halten? Welche neuen Gesellschaftsmodelle zwischen Utopie und Praxis entwickeln wir für Europa? Bei der Eröffnung der Berliner Korrespondenzen werden alternative politische Systeme, transkulturelle Identitäten und Fragen der globalen Gerechtigkeit diskutiert.

Moderation : Esra Küçük

Die Veranstaltung wird simultan übersetzt (dtsch-frz). 

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Die Reihe

Mit der seit 2016 fest im Kulturkalender der deutschen Hauptstadt etablierten Diskussionsreihe Berliner Korrespondenzen widmet sich die Allianz Kulturstiftung gemeinsam mit dem Gorki Forum – in Kooperation mit der Humboldt Universität Berlin und gefördert vom Auswärtigen Amt – den großen Zukunftsfragen unserer Zeit.

Jede Veranstaltung bringt zwei herausragende Denker*innen und Künstler*innen unterschiedlicher biografischer und disziplinärer Hintergründe im Maxim Gorki Theater Berlin zusammen. In überraschenden Konstellationen entwickeln sie quer über Diskursgrenzen hinweg Impulse, um  scheinbar ausweglose Situationen zu bewältigen.

Zu den vergangenen Gästen der Berliner Korrespondenzen zählen Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, der Preisträger des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels Navid Kermani, der ikonoklastische Philosoph Achille Mbembe und die weltbekannte Soziologin Eva Illouz.

© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
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