Outernational

© Gerhard Kühne

Outernational ist eine neue europäische Konzertreihe zur Praxis transtraditioneller Musik. Entlang sich lösender Grenzen hören wir Musik als Geschichte von Wandel und Migration. Entwickelt mit heruasragenden Solist*innen feiern die interdisziplinären Programme Premiere im Radialsystem in Berlin, um von dort in Europa zu gastieren. Politischen wie sozialen und postkolonialen Fragestellungen stellt sich das Projekt in begleitenden »Outernational listening« sessions - tanzbar geht es in die Nacht.

ISLES & RIVERS
Sokratis Sinopoulos/ Bijan & Keyvan Chemirani/ Yannis Kyriakides
7. Juli 2020, 19 Uhr im Radialsystem (Saal)
8. August 2020, Chios Music Festival, Griechenland
22. November 2020, Rainy Days Festival, Luxemburg

Der Auftakt der Konzertreihe Outernational ist ein Programm im Fluss, entlang sich festigender und lösender Grenzen. Persischer und europäischer Barock fließt in Improvisationen zu Live-Elektronik, mal schäumend, mal tief, mal still… Eine neue Komposition von Yannis Kyriakides für die gesamte Besetzung von der griechischen Lyra zur Theorbe widmet sich dem Philosophen Metrodorus der Insel Chios. Zur Einstimmung ein begleitender Essay, mit Rembetico Platten von Booty Carrell geht es in die Nacht. 

DISTURBING THE UNIVERSAL/ DIY
Trickster Orchestra & Guests
25. Oktober 2020, 19 Uhr, Radialsystem (Saal)

Mit ihrem geheimen Wissen und ihrem Intellekt, mit ihrem Willen, die göttliche Ordnung durcheinander zu bringen und ihrem revolutionärem Charakter sind Trickster Gestaltenwandler. Das Berliner Trickster Orchestra vereint Musiker*innen verschiedenster Musiktraditionen zu einem Sound trans-traditioneller Musik – ein klingender Spiegel der multipluralen Gesellschaft. Mit Gästen aus  Bangkok, Chiang Mai und Bengalore setzt sich das Solistenensemble in »Disturbing The Universal/ DIY« mit dem Thema Wandel auseinander. Wie kommt das Neue in die Welt? Durch Zerstörung, Mutation, Nachahmung, Anpassung oder Revolution? Recherchen zu diesen Fragen und ausgiebige Workshops fließen in neue Kompositionen und Improvisationen. 

WA & DAVUL
Kamilya Jubran/ Cevdet Erek
15. Dezember 2020, 19 Uhr, Radialsystem (Saal)

Kamilya Jubran ist die vielleicht prägendste Stimme arabischer Avantgarde, die heute eine ganze Generation beeinflusst. Traditionelle Musikeinflüsse mit einer experimentellen Freude an der Dekonstruktion des Erwartbaren. Begleitet von dem Schweizer Elektronikkünstler Werner Hasler betritt die Sängerin mit ihrem neuen Programm »Wa«, was auf Arabisch »und« bedeutet, einen neuen Raum - quadrophonisch verstärkte Texturen bauen sich auf, die im nächsten Moment zum Einsturz gebracht werden. Der Musiker und Künstler Cevdet Erek aus Istanbul widmet sich in seiner ebenfalls über Jahre entwickelten Performance der Davul, einer in Regionen von Osteuropa bis zum Nahen Osten verbreiteten Basstrommel. Zum ersten Mal treffen Cevdet Erek und Kamilya Jubran aufeinander, dazwischen widmet sich das Outernational Quartett der architektonischen Struktur der Renaissance, vom Fundament zum Ornament.

Outernational listening und VAN Outernational

Auch die Frage, mit welchen Ohren diese neuen Klangräume betreten werden können, sind Teil des Prozesses. Begleitet wird jedes Konzert von einem multimedialen Diskursformat »Outernational listening«, bei dem Musiker*innen sowie Philosoph*innen, Soziolog*innen und Wissenschaftler*innen mit dem Publikum zu an die Konzerte angedockten Themen ins Gespräch kommen. Außerdem entsteht rund um jedes Konzert ein eigener, digitaler Schwerpunkt auf der Plattform van-outernational.com.

Laboratorium in Berlin – Gastspiele in Europa

Nach der Entwicklungsphase im Berliner Radialsystem werden die Konzertprojekte im europäischen Raum präsentiert, so auf dem Chios Music Festival  oder dem Rainy Days Festival in Luxemburg.
Die Reihe wird kuratiert von Elisa Erkelenz.