polip - International Literature Festival Prishtina

polip ist ein internationales Literaturfestival, das Autoren aus Ex-Jugoslawien und anderen europäischen Ländern zusammenführt. Dabei reicht polip weit über den Rahmen eines herkömmlichen Literaturfestivals hinaus: Es geht um ein breiteres Verständnis der Friedenskonsolidierung und um Vertrauenskonzepte in einer Region mit stark traumatisierten Gesellschaften, die getrennt voneinander leben und nicht immer versuchen, die gemeinsame Vergangenheit kritisch aufzuarbeiten.

Das Festival möchte Literatur als einen Ort der Begegnungen, der Kommunikation etablieren, der den Prozess der Konfliktlösung in der Region voranbringt. Die teilnehmenden Autoren wohnen dem Festival nicht nur passiv bei, sondern sehen sich als Mitverantwortliche in diesem Prozess.

Das Programm bietet neben Lesungen und Diskussionen auch Konzerte sowie Übersetzungs- und Poesieworkshops. polip findet jedes Jahr in Prishtina statt. Es wurde von Qendra Multimedia initiiert, einer kulturellen Produktionsfirma mit Sitz in Prishtina. Mitorganisator der letzten Ausgaben von polip war Beton, eine kulturelle Organisation und Zeitschrift mit Sitz in Belgrad.

polip 2017

12-14. Mai 2017

Bisherige Festivals

  • Literature in the desert of the real war das Thema von polip 2016. Angesichts der zahlreichen Geflüchteten, die über die sogenannte „Balkanroute“ nach Westeuropa gelangten, beschäftigten sich Autoren aus ganz Europa mit der Rolle von Literatur in Zeiten von Krieg und humanitären Krisen. Wie lässt sich eine solch sensible Thematik handhaben? Wie kann man geflüchteten Autoren eine Stimme geben? Und wie kann man daran erinnern, dass sich viele Europäer noch vor Kurzem in derselben prekären Situation sahen wie viele Geflüchtete heute?
  • Angesichts des Terroranschlags auf das Pariser Büro der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und der zunehmenden Intoleranz in Europa widmete sich polip 2015 dem Thema der Presse- und Meinungsfreiheit. Unter dem Titel "Let's talk about Freedom" diskutierten Autoren aus ganz Europa über die Redefreiheiten in ihren Ländern und die Frage inwieweit die politische Entwicklungen die künstlerische Arbeit beeinflusst. Zudem sprachen die Teilnehmer über Feminismus und Gender-Stereotypen in der Literatur.
  • Unter dem Titel "The Surveillance of Literature" standen der Literaturaustausch und literarische Übersetzungen im Mittelpunkt von polip 2014. Die Teilnehmer diskutierten u.a. die Probleme der Zusammenarbeit zwischen den Kulturszenen, die sich aus dem historischen Kontext der Balkanregion ergeben sowie Fragen zur Übersetzung: Sind die Fähigkeiten des Übersetzers das Wichtigste oder spielt auch die politische Einstellung des Übersetzers eine Rolle? Wieviel muss ein Übersetzer über den Autor und dessen Kultur kennen?
  • Unter dem Titel "Literature of separated Worlds" beschäftigte sich polip 2013 mit der Frage nach dem Mut und der persönlichen Verantwortung von Autoren. Angelehnt an den aserbaidschanischen Schriftsteller Akram Eylisli, der den Mut hatte in seiner Heimatstadt über die Freundschaft mit Armeniern zu schreiben und anschließend aus seiner Gemeinschaft ausgeschlossen wurde, erscheint diese Frage hochaktuell, denn viele Autoren auf dem Balkan sehen sich dem gleichen Problem gegenüber. Darüber hinaus wurde das Potential der Literaturen aus dem Balkan für den deutschen Buchmarkt sowie die Existenz einer post-jugoslawischen Literatur diskutiert.

Literature in the desert of the real war das Thema von polip 2016. Angesichts der zahlreichen Geflüchteten, die über die sogenannte „Balkanroute“ nach Westeuropa gelangten, beschäftigten sich Autoren aus ganz Europa mit der Rolle von Literatur in Zeiten von Krieg und humanitären Krisen. Wie lässt sich eine solch sensible Thematik handhaben? Wie kann man geflüchteten Autoren eine Stimme geben? Und wie kann man daran erinnern, dass sich viele Europäer noch vor Kurzem in derselben prekären Situation sahen wie viele Geflüchtete heute?

Angesichts des Terroranschlags auf das Pariser Büro der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und der zunehmenden Intoleranz in Europa widmete sich polip 2015 dem Thema der Presse- und Meinungsfreiheit. Unter dem Titel "Let's talk about Freedom" diskutierten Autoren aus ganz Europa über die Redefreiheiten in ihren Ländern und die Frage inwieweit die politische Entwicklungen die künstlerische Arbeit beeinflusst. Zudem sprachen die Teilnehmer über Feminismus und Gender-Stereotypen in der Literatur.

Unter dem Titel "The Surveillance of Literature" standen der Literaturaustausch und literarische Übersetzungen im Mittelpunkt von polip 2014. Die Teilnehmer diskutierten u.a. die Probleme der Zusammenarbeit zwischen den Kulturszenen, die sich aus dem historischen Kontext der Balkanregion ergeben sowie Fragen zur Übersetzung: Sind die Fähigkeiten des Übersetzers das Wichtigste oder spielt auch die politische Einstellung des Übersetzers eine Rolle? Wieviel muss ein Übersetzer über den Autor und dessen Kultur kennen?

Unter dem Titel "Literature of separated Worlds" beschäftigte sich polip 2013 mit der Frage nach dem Mut und der persönlichen Verantwortung von Autoren. Angelehnt an den aserbaidschanischen Schriftsteller Akram Eylisli, der den Mut hatte in seiner Heimatstadt über die Freundschaft mit Armeniern zu schreiben und anschließend aus seiner Gemeinschaft ausgeschlossen wurde, erscheint diese Frage hochaktuell, denn viele Autoren auf dem Balkan sehen sich dem gleichen Problem gegenüber. Darüber hinaus wurde das Potential der Literaturen aus dem Balkan für den deutschen Buchmarkt sowie die Existenz einer post-jugoslawischen Literatur diskutiert.