Wednesday Society. The Couch of Meret O.

Meret Oppenheim, Ring with Sugar Cube
Photo: Dirk Masbaum, Courtesy LEVY Galerie, Hamburg

Wednesday Society. The couch of Meret O.  bringt internationale (weibliche) Positionen der zeitgenössischen Kunst in den Antik Palace, ein osmanisches Herrschaftshaus aus dem 19. Jahrhundert im beliebten Istanbuler Stadtteil Maçka. Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem, was Siegmund Freud als den „dunklen Kontinent“ der weiblichen Lust bezeichnete – und präsentiert dabei Werke der legendären Schweizer Künstlerin Meret Oppenheim sowie der georgischen Malerin Natela Iankoshvili zum ersten Mal in Istanbul. Wednesday Society zeigt außerdem Teile des digitalen Archivs von Beral Madra, der Kuratorin der ersten und zweiten Istanbul Biennale, als Hommage an eine zeitgenössische Pionierin der Istanbuler Kunstszene.

Inspiration für die Ausstellung  sind die regelmäßigen Zusammenkünfte von Intellektuellen, die Freud in seinem privaten Empfangszimmer in der Wiener Berggasse 19 veranstaltete. (Männliche) Freunde und Kollegen trafen sich dort stets mittwochs, inmitten von Freuds Sammlung antiker Kunstwerke aus dem Nahen Osten, um neue Konzepte, Methoden und Ideen im Feld der damals noch jungen Psychoanalyse zu diskutieren. Wednesday Society  ist die feminisierte Version dieser Salons, ein Ort der Kraft, an dem der „dunkle Kontinent“ der irregulären, nicht-phallischen, poetischen und imaginären Wege des Denkens erforscht wird. Sie untersucht Räume, an denen Traumarbeit, Poesie und Zärtlichkeit zusammenfließen. Im Zentrum der Ausstellung befindet sich ein Pop-up-Salon im Stil des 19. Jahrhunderts, eine Szene in-situ, in der Kuratorin Shulamit Bruckstein (weibliche) Gäste zu privaten, den Besuchern zugänglichen Gesprächen auf ihre Couch einlädt.

Studentenausweis Ivana Tomljenović
Rebecca Horn, Happy New Year, 1993, postcard, edited, 10 x 15,5 cm // Photo: Gunter Lepkoswki, Courtesy Peter Raue Collection