Flucht & Migration: Projekte und Initiativen

Die Allianz Kulturstiftung fördert Projekte und Veranstaltungen zum Thema „Flucht & Migration“.
Ein Schwerpunkt ist die Förderung junger Künstler, die in ihren Herkunftsländern bedroht sind. Diesen "Artists at Risk" auf der Flucht aus ihrer Heimat sollen Möglichkeiten geboten werden, sich in Deutschland weiter zu professionalisieren und beruflich zu vernetzen sowie Zugang zu Bildungs- und Fördereinrichtungen zu erhalten.

Ein weiteres Augenmerk liegt auf öffentlichen Diskussionen zum Thema ‚Flucht und Migration‘ mit geflüchteten Künstlern, Publizisten und gesellschaftlichen Aktivisten sowie Vertretern der Zivilgesellschaft, Kultur und Politik vor Ort. Ziel ist es, die Herausforderungen und Chancen der gegenwärtigen Modernisierung unserer Gesellschaft durch die sog. ‚Flüchtlingskrise‘ zu untersuchen und lösungsorientierte Projekte zu initiieren.

Zudem fördert die Allianz Kulturstiftung mit Ihrem Sonderprogramm „AKA Integration" niedrigschwellige Kultur- und Begegnungsprojekte, die u.a. geflüchteten Menschen eine größere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen sollen.

Residenzprogramm „Artists at Risk“ für bedrohte Künstler und Autoren

Europaweit, seit Februar 2016
Partner: Literarisches Colloquium Berlin; Akademie Schloss Solitude, Stuttgart; Sasha Waltz & Guests, Berlin; wirmachendasjetzt, Berlin; WIELS, Brüssel; Stiftung Brandenburger Tor, Berlin; steirischer herbst, Graz, u.a.
Die Allianz Kulturstiftung vergibt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Projektpartnern 6-12-monatige Arbeitsstipendien an Autoren und Künstler aus dem Mittelmeerraum, deren Leben in ihren Heimatländern bedroht ist. Die Künstler und Autoren sollen damit die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeit in geschützter Umgebung fortzusetzen.

Folgende Autoren und Künstler erhielten bisher ein Stipendium:

 

Yasmine Merei auf der Konferenz „Asyl und Migration in der Europäischen Union“ 2016
Yasmine Merei auf der Konferenz „Asyl und Migration in der Europäischen Union“ 2016

7 years after the revolution: What is next for Syria?

Berlin, Volksbühne (Roter Salon), 18.03.2018
Partner: Mohammad Al Attar, Yassin al-Haj Saleh, Yasmine Merei

Der 18. März 2011 markiert das erste Aufblitzen der syrischen Revolution gegen eines der brutalsten totalitären Regime der Region. Aber schon bald sollte das Land in eine dunkle Zeit voller Bürger- und Stellvertreterkriege eintreten. Der Schriftsteller und Regimekritiker Yassin al-Haj Saleh, der syrische Dramatiker Mohammad Al Attar und die syrische Schriftstellerin und Redakteurin Yasmine Merei luden eine Gruppe syrischer und europäischer Experten und Schriftsteller ein, um Syriens schwierige Gegenwart und ungewisse Zukunft zu diskutieren.

Mit: Mohammad Al Attar, Mazen Darwish, Yassin al-Haj Saleh, Kristin Helberg, Nicolas Hénin, Bassma Kodmani, Yasmine Merei, Thomas Pierret

© Untitled. Zena El Abdallah
© Untitled. Zena El Abdallah

Meet your neighbours – Begegnungsorte

Deutschlandweit, ganzjährig
Partner: WIR MACHEN DAS

Die von der Berliner Schriftstellerin Annika Reich und dem Aktionsbündnis WIR MACHEN DAS ins Leben gerufene bundesweite Veranstaltungsreihe Meet your neighbours initiiert Gespräche und Lesungen mit Geflüchteten und Einheimischen in Bibliotheken und Museen in der Nachbarschaft.

Unter dem Motto „Wir reden nicht übereinander, sondern miteinander“ erzählen sich Menschen, die nach Deutschland geflohen sind und Menschen, die schon länger bzw. immer hier leben, voneinander. Meet your neighbours nutzt so das Potenzial öffentlicher Begegnungsorte, um Newcomer*innen und Alteingesessenen durch mehrsprachige Erzählsalons und Lesungen die Möglichkeit zu geben, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dahinter steht die Erfahrung, dass Begegnungen den Unterschied machen. Geschichten verbinden die Menschen miteinander und wenn man sich begegnet, ist vieles möglich.

© Hans Herbig
© Hans Herbig
© WIR MACHEN DAS

Solidarity Here and Now

Danzig, seit 2017
Partner: European Solidarity Centre

Nicht viele von uns kennen die Helden des Alltags, die die Situation geflüchteter Menschen nach ihrer Ankunft in Europa erträglicher machen. Viele Freiwillige auf der ganzen Welt haben beschlossen, direkt an die Konfliktlinie zu gehen und ihre Herzen zu öffnen, um Neuankommenden zu helfen und sich dabei auf die Werte von Solidarität und Mitgefühl zu konzentrieren. "Solidarity Here and Now" ist ein langfristiges Projekt, das Freiwillige und ehrenamtliche Koordinatoren zusammenbringt, die mit Geflüchteten auf dem europäischen Kontinent zusammenarbeiten. Die Pilotausgabe des Projekts fand vom 24.-29. November 2017 in Danzig, Polen, statt. Dreizehn Freiwillige, die Flüchtlinge unterstützen, kamen nach Danzig, um Workshops und Schulungen zu psychologischen, politischen und historischen Themen durchzuführen. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten war es, Erfahrungen auszutauschen, gemeinsame Probleme zu diskutieren und voneinander zu lernen, um die Situation von Neuankommenden besser zu verstehen und eine angemessenere Unterstützung vorzubereiten.

Das Toolkit für NROs beleuchtet die Motivation, Probleme und Bedürfnisse der Freiwilligen bei der Arbeit mit geflüchteten Menschen. Es richtet sich an Nichtregierungsorganisationen und kulturelle Einrichtungen, die bereits Freiwillige in ihrer wichtigen Arbeit unterstützen oder unterstützen wollen.

© European Solidarity Centre
© European Solidarity Centre

Schaut rein!

Alle weiteren Videos findet Ihr hier.

Kiron Student Magazine

Berlin, 2017-2018
Partner: Kiron University

Die 2015 in Berlin gegründete Kiron University bietet Geflüchteten weltweit die Möglichkeit, über zweijährige online Lernprogramme (MOOCs) Zugang zu einem Bachelor Studium an einer von 27 akkreditierten deutschen Hochschulen zu finden. 30 Kiron Studierende aus unterschiedlichen Ländern absolvierten 2017 ein professionelles Training im kreativen Schreiben und journalistischen Arbeiten, um die Erstausgabe eines Studentenmagazins „The Opening Collection“ zu gestalten – als Plattform, auf der die Studierenden ihre Geschichten, Ideen und Ansichten teilen können. Das Magazin ist als Printversion und hier auch digital erhältlich.

Derzeit arbeiten die Studierenden an der zweiten Ausgabe des Studentenmagazins, das wieder von entsprechenden Trainings und Workshops begleitet wird. Ganzjährig werden die einzelnen Beiträge vorab in den sozialen Medien und auf dem Kiron-Blog veröffentlicht. 
© Kiron University
© Kiron University
© Kiron Open Higher Education

Initiative Neue Nachbarschaft Moabit

Berlin-Moabit, 2016-2018
Partner: Neue Nachbarschaft Moabit

Von Januar bis März 2016 lud die Initative Neue Nachbarschaft Moabit in mehr als 30 Veranstaltungen (Vorträge, Workshops, Lesungen, Konzerte) die Nachbarn in Moabit ein, mehr Zeit miteinander zu verbringen und voneinander zu lernen. Neben der willkommenen Abwechslung in den kalten und grauen Wintermonaten, entfachte das Programm ein müheloses Zusammenspiel von Menschen mit und ohne Flüchtlingshintergrund. Der Moabit-Kulturmarathon wurde entworfen, um neue Impulse in der Arbeit mit Geflüchteten zu setzen und als Vorbild einer lebendigen Integration zu dienen, die sowohl interessant als auch inspirierend für weitere Projekte und Initiativen ist. Im September 2017 fand ein Literaturmarathon in den Räumen der Neuen Nachbarschaft Moabit statt (Schreibwerkstatt, Lesungen, Gespräche und Konzert) und 2018 sind alle zum Mitsingen eingeladen: Familiär lädt zum gemeinsamen Musizieren und Gedankenaustausch ein.

© Neue Nachbarschaft Moabit
© Neue Nachbarschaft Moabit

The School of Everything

Kassel, 11.-13.06.2017, Athen
Partner: AthenSYN, Avtonomi Akadimia, Artecitya, ArtBOX, Kunsthochschule Kassel / HyperWerk, Basel / Municipality of Thessaloniki – project LABattoir

Das Symposium "The School of Everything" auf der Documenta14 in Kassel und Athen war die Fortführung des Projekts "UNIVERSITAS". Künstler, Wissenschaftler und Aktivisten boten Einblick in ihre pädagogischen Methoden und entwickeltenn zugleich neue, leicht zugängliche Bildungsformate. "The School of Everything" dient als Modell für eine Universität des 21. Jhd., die universales Lernen als Existenzbedingung und als Kern von Emanzipation begreift. Die zusammengetragenen Ergebnisse in Form einer Skulptur wurden auf der Documenta in Kassel und Athen ausgestellt.

© The School of Everything
© The School of Everything

UNIVERSITAS

UNIVERSITAS
Athen, 16.-27.02.2017
Partner: AthenSYN, Avtonomi Akadimia, Athen Biennale

Bei UNIVERSITAS entwickelten deutsche, griechische und syrische Künstler gemeinsam mit Bewohnern von zwei Athener Flüchtlingsunterkünften neue Kooperationsformen mit ihrer Nachbarschaft. Zusammen erarbeiteten sie eine Vision ihres zukünftigen Zusammenlebens, in der man zusammen wächst und voneinander lernt. Die Biographien und Geschichten, (Alb)Träume und Zukunftshoffnungen der Teilnehmenden flossen ein in die Produktion von Alltagsdokumenten, Erinnerungsstücken und Kunstwerken, die von der Athen Biennale ausgestellt und an Nachbarn verschenkt wurden.

Die Ausstellung war neben Athen zu sehen u.a. vom 25.-29. Oktober 2017 auf dem Transeuropa-Festival im Matadero in Madrid, am 1. November 2017 auf der Kyiv Biennale und am 11. November 2017 im National Museum for World Cultures in Göteburg.
© Universitas
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