Call for Projects 2021
The art of bringing Europe together

Neue Herausforderungen und Chancen für zivilgesellschaftliches Engagement

Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Europa ist die Corona-Krise eine Bewährungsprobe, aber auch eine Chance: Sie hat überkommen geglaubte Grenzen neu gezogen, Ungleichheiten vertieft und uns unsere gesellschaftliche Verwundbarkeit vor Augen geführt. Zugleich erleben wir, wie direkte Formen der Solidarität, neue Ideen für unser soziales Miteinander und originelle Formate in der Kunst entstehen. Überall auf der Welt haben Menschen mutig und einfallsreich auf die Krise reagiert. Als das öffentliche Leben zum Stillstand kam, sahen sich Kulturschaffende gezwungen, die Rolle der Kunst neu zu definieren: partizipativ, digital, von zuhause, auf den Straßen.

Die Corona-Krise hat alte Probleme nicht verschwinden lassen, stattdessen bestehende  Ungleichheiten wie unter einem Brennglas verschärft. Als Reaktion darauf gestalten couragierte Bündnisse neue Handlungsräume. Sie nutzen dabei auch das entgrenzende Potenzial der Digitalisierung, zeigen sich ihren fernen Nächsten verbunden und entwickeln neue Strukturen –  jenseits von Staatsgrenzen –  für Klimagerechtigkeit, gegen Rassismus und für Solidarität. Menschen und Initiativen wie sie halten die offenen, pluralen Gesellschaften Europas am Leben.

Stimmen stärken, Freiräume schaffen, Bündnisse schließen

Wir sind überzeugt: Die offene Gesellschaft lebt von engagierten Menschen, die Mut zur Kontroverse und zur eigenen Meinung haben – und den Kopf voller Ideen für ein gerechteres Miteinander. Wir wollen Freiräume schaffen, damit sich unsere Projektpartner*innen mit drängenden Fragen auseinandersetzen und mit neuen Technologien experimentieren können. Wir wollen tragfähige Strukturen entwickeln, die zivilgesellschaftliche Akteure nachhaltig miteinander vernetzen und ihnen die Möglichkeiten geben, in Krisensituationen resilient zu agieren. Dabei spielen digitale Technologien eine wichtige Rolle, allerdings sind diesie nicht per se solidarisch. Wir glauben, dass die Gesellschaften Europas gerade in diesen außergewöhnlichen Zeiten irritiert und herausgefordert werden müssen, um offen zu bleiben und sich weiterzuentwickeln.

Projekte fördern, die herausfordern und überraschen

Mit unserer Förderausschreibung wollen wir Akteur*innen erreichen, die mit den Mitteln von Kunst und Kultur dazu beitragen, Freiräume zu schaffen, eine kritische Auseinandersetzung über die Zukunft Europas zu ermöglichen, einen Austausch und eine grenzüberschreitende Vernetzung zu fördern.

Als europäische Kulturstiftung suchen wir Projekte, die translokal konzipiert sind, bei denen also Partner*innen aus verschiedenen Ländern oder unterschiedlichen Regionen zusammenarbeiten. Wir suchen Projekte, die aus einer künstlerischen Perspektive über den eigenen Wirkungskreis hinausblicken, die neue, ungewöhnliche Allianzen eingehen und möglichst unterschiedliche Akteur*innen ansprechen und miteinander kooperieren lassen. Wir interessieren uns für Projekte im Schnittbereich von Kunst und Digitalisierung, die inklusive und partizipative Angebote  entwickeln.

Wichtig sind uns dabei zwei Punkte: Wer ist an einem Projekt beteiligt? Wer wird angesprochen? Wir sind offen für alle Sparten und besonders für das spartensprengende Experiment. Je mehr der im Call angesprochenen Aspekte von einem Projekt aufgegriffen werden, desto höher sind die Chancen einer Auswahl.

Wir nehmen unterjährig Projektvorschläge entgegen.

Schritt 1 – Projektskizze

  • Lesen Sie sich unsere Förderkriterien und die Projektausschreibung sorgfältig durch und überprüfen Sie, ob Ihr Projekt unseren Kriterien und Themenschwerpunkten entspricht.
  • Reichen Sie frühstmöglich Ihre ausgefüllte Projektskizze und separat die Einverständnis- und Datenschutzerklärung per Email an applications-kulturstiftung@allianz.de ein.
  • Reichen Sie Ihre Projektskizze digital im PDF-Format (keine Scans) ein. Bitte verwenden Sie zum Ausfüllen der Projektskizze ausschließlich den kostenlosen Acrobat Reader. Das Programm steht hier zum Download bereit.
  • Wir nehmen laufend Projektskizzen entgegen. Die Bewerbungsfrist für Projekte, die in der ersten Jahreshälfte 2021 beginnen, ist bereits verstrichen. Derzeit nehmen wir Projekte mit Projektbeginn in der zweiten Jahreshälfte 2021 entgegen.

Schritt 2 – Aufforderung zur Antragstellung

  • Wir versenden eine Eingangsbestätigung und prüfen Ihre Projektskizze. Wenn Ihr Projekt unseren Kriterien und unseren Schwerpunkten entspricht, lassen wir Ihnen weitere Unterlagen zur vollständigen Antragstellung zukommen. Andernfalls erhalten Sie eine Absage.
  • Bei Fragen zur Fertigstellung des vollständigen Antrags wenden Sie sich gerne an den in der Email genannten Ansprechpartner.  
  • Hinweis: Wir empfehlen eine möglichst frühzeitige Zusendung Ihrer Projektskizze. Erfolgt die Zusendung erst kurz vor dem 1. März 2021, müssen Sie damit rechnen, dass weniger Zeit für die Einreichung des vollständigen Förderantrags bleibt. Eine Antragsberatung unsererseits ist dann leider nur noch begrenzt möglich.

Schritt 3 – Antragstellung und Begleitung

  • Ein Antrag besteht aus Finanzplan und detaillierter Projektbeschreibung inklusive Zeitplan (max. 10 Seiten).
  • Der Antrag sollte als PDF-Dokument eingereicht werden und eine Größe von 10 MB nicht überschreiten. Der Finanzplan ist gesondert als offene Excel-Datei zu übermitteln.
  • Bitte schicken Sie den vollständigen Antrag an den in der Email genannten Ansprechpartner. Wir lassen Ihnen eine Eingangsbestätigung zukommen.
  • Wir bitten Sie um Verständnis, dass unvollständige Förderanträge nicht bearbeitet und berücksichtigt werden können.

Was ist sonst noch wichtig?

  • Das beantragte Fördervolumen sollte etwa zwischen 40.000 und 80.000 Euro liegen.
  • Die Vollfinanzierung eines Förderprojekts ist grundsätzlich ausgeschlossen; die Fördersumme darf 50% der Gesamtkosten nicht übersteigen. Bei überjährigen Projekten ist ein nach Jahren gesplitteter Finanzplan einzureichen.
  • Anträge können in deutscher und englischer Sprache eingereicht werden.
  • Projektbewilligungen werden im Juli 2021 nach der Stiftungsratssitzung bekanntgegeben.
  • eine hohe künstlerische und inhaltliche Qualität aufweisen 
  • auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren
  • einen translokalen und grenzüberschreitenden Ansatz verfolgen
  • Europa erfahrbar machen, sowohl in der kritischen Auseinandersetzung als auch über konstruktive Angebote und Ideen
  • mittel- und langfristig eine konkrete Wirkung entfalten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern
  • sektoren- und spartenübergreifend arbeiten und eine nachhaltige Vernetzung der beteiligten Akteur*innen und Einrichtungen ermöglichen
  • zu aktiver Wissensproduktion und transdisziplinärem Erfahrungsaustausch beitragen
  • Intersektionalität, Inklusion und gerechte Teilhabe mitdenken und aktiv gestalten wollen
  • Kooperationen gleichberechtigter Partner*innen sind und in ihrem thematischen Feld Nachwuchs und nicht vorwiegend arrivierte Akteure befähigen
  • mit mutigen Ideen und überraschenden Formaten überzeugen
  • Vollfinanzierung eines Projektes
  • Einzelpersonen und Einzelfallhilfen (Reise- oder Ausbildungskosten)
  • Stipendien außerhalb der eigenen Stiftungsprogramme (Ausbildungs-/Promotionsstipendien)
  • schulische und universitäre Aktivitäten
  • Publikationen ohne Bezug zu einem geförderten Projekt (z.B. Druckkostenbeihilfen)
  • Materialkosten für künstlerische Produktionen
  • Filmproduktionen
  • Kunst- oder Immobilienankäufe
  • Fehlbedarfsfinanzierung oder Etatlücken der öffentlichen Hand sowie nicht projektbezogene Kosten
  • Evaluierungsmaßnahmen außerhalb der eigenen Stiftungsprogramme
  • Baumaßnahmen
  • laufende Infrastrukturkosten bzw. Erwerb technischer Ausstattung
  • Benefizveranstaltungen und Charity Galas
  • Events im Sport- und Unterhaltungsbereich
  • kommerzielle Produktionen, Veranstaltungen und Sponsoringaktivitäten