HIER.STEHE.ICH

Hier.Stehe.Ich

Ort: Berlin, Warschau, St. Petersburg

Zeitraum: 01.11.2016-02.11.2017

In Zusammenarbeit mit: Junges Deutsches Theater BerlinEvangelischer Kirchenkreis Teltow-Zehlendorfweitere Partner s.u.








© Charlotte Grief

3 Länder, 3 Vorbilder, 3 Begegnungen. Das Junge DT Berlin entwickelte in Kooperation mit dem Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf anlässlich der Feierlichkeiten zu 500 Jahre Reformation ein trinationales Theaterprojekt. Im Rahmen dreier Begegnungen trafen sich 18 Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren aus Russland, Polen und Deutschland und gingen mit Blick auf die aktuellen politischen Situationen ihrer jeweiligen Herkunftsländer gemeinsam der Frage nach: Wofür stehen wir, wogegen leisten wir Widerstand und welche Widerstände müssen wir dazu überwinden? 500 Jahre nach Luthers „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ setzten sich Jugendliche in St. Petersburg, Warschau und Berlin mit Persönlichkeiten auseinander, die Standfestigkeit bewiesen haben; mit historischen und zeitgenössischen Vorbildern, die gegen blinden Glauben und bequemes Folgen das eigene Gewissen als Norm für das eigene Handeln erhoben haben. Gemeinsam mit der Regisseurin Uta Plate und der Dramaturgin Birgit Lengers entwickelten sie während der Begegnungen ein Theaterstück, das im Herbst 2017 im Deutschen Theater gezeigt wurde.

Ziel des Projektes war die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit ihrer eigenen Perspektive und die ihres Gegenübers. Im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens konnten sich die Jugendlichen ungeachtet ihrer bisherigen Theatererfahrung bewerben. Im Vordergrund stand der Austausch und die Begegnung in und mit den verschiedenen Ländern, die auch die Beschäftigung mit der aktuellen politischen Situation mit sich brachte. Durch den Dialog und die Auseinandersetzung mit Persönlichkeiten vor Ort haben die Jugendlichen gelernt, ihre eigene Perspektive zu hinterfragen. Daneben waren die Jugendlichen auch aufgefordert, innerhalb ihrer eigenen Familien und in ihrer persönlichen Geschichte nach Vorbildern zu suchen.

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© Charlotte Grief

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Bereits 2011/2012 war die Allianz Kulturstiftung am Entstehen eines internationalen, partizipativen Schultheaterprojekts des Jungen DT beteiligt. Das Internationale Klassenzimmerstück „Du bist dabei!“, an dem drei Partnertheater in Berlin, Zagreb und Parma sowie örtliche Schulen beteiligt waren, zielte darauf ab, Schülern die Kunstform des Theaters näherzubringen. Nach einer Vorstellung in Form einer mehrsprachigen szenischen Lesung im Saal des DT am 14. Juni 2011 wanderte das Stück anschließend durch die verschiedenen Länder, Schulen und Theaterhäuser. Die Grundlage bildete das von Holger Schober eigens für das Projekt geschriebene Theaterstück "Du bist dabei!", ein Stück für zwei Schauspieler, das inhaltlich sowohl für Jugendliche in Berlin als auch in Parma und Zagreb von Interesse und Belang ist und ohne besonderen technischen Aufwand während einer Schulstunde direkt im Klassenzimmer gespielt werden kann. Im Rahmen eines kleinen internationalen 'Theatertreffens' wurde es im Frühling 2012 noch einmal öffentlich aufgeführt, unter anderem bei den „Autorentagen Berlin“. Diskussionen und Workshops begleiteten die Aufführungen. In seinem Exposé für das Stück schrieb der Autor Holger Schober: "Castingshows erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Inszenierung der eigenen Realität, der eigenen Person wird immer wichtiger. 'Du bist dabei!' soll ein Stück nicht nur über Castingshows werden. Der Grundplot ist relativ einfach. Ein Mann und eine Frau betreten das Klassenzimmer. Er war der 4. bei DSDS 2007, sie war die 3. bei Popstars 2008. Beide sind in diese Shows gegangen mit großen Träumen und Hoffnungen und haben sie mit nichts in der Hand wieder verlassen. Die Schultour, auf die sie jetzt geschickt werden, ist ihre letzte große Chance. - 'Du bist dabei!' war ein Stück über Menschen , die einen Traum verfolgen, eine Geschichte darüber, was der Mensch hinter dem gläsernen Menschen noch wert ist in einer Zeit, in der man glaubt, dass drei Mausklicks mehr über uns aussagen, als ein Gespräch beim Kaffee."